Den Raum formen: wenn Abwesenheit zur Materie wird
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Wenn ich eine Skulptur erschaffe, suche ich nicht nur danach, das Material zu bearbeiten.
Ich versuche auch, Luft, Licht und Blick zirkulieren zu lassen.
In meiner Arbeit ist der Leerraum niemals ein Mangel. Er wird zu einem lebendigen Raum, einem stillen Atem, der voll zur Emotion des Werks beiträgt. Durch die Metallspitze versuche ich, Skulpturen zu schaffen, in denen das Licht ein integraler Bestandteil der Komposition ist.
Wenn der Leerraum zu einem unsichtbaren Material wird
Lange Zeit wurde Skulptur vor allem als Kunst der Masse verstanden: Stein, Bronze oder Holz füllten den Raum vollständig aus. Heute erforscht die zeitgenössische Skulptur auch das, was nicht voll ist.
Der Leerraum strukturiert das Werk ebenso wie das Material selbst. In meinen Skulpturen ermöglichen Öffnungen und Transparenzen dem Blick, frei zu zirkulieren. Das Metall schließt die Form nicht: Es zeichnet die Luft, die sie durchdringt.
Ich suche ein Gleichgewicht zwischen Präsenz und Leichtigkeit, zwischen Kraft und Zartheit.
Wenn das Licht ein integraler Bestandteil der Skulptur wird
Der Leerraum erlaubt es dem Licht, die Skulptur zu durchdringen und sie im Laufe des Tages zu verwandeln. Je nach Uhrzeit, Beleuchtung oder Blickwinkel verändert sich das Werk subtil.
Die projizierten Schatten verlängern die Form und werden fast zu einer zweiten Skulptur.
Es ist diese bewegliche Beziehung zwischen Metall und Licht, die mich besonders interessiert.
Manchmal scheinen manche Skulpturen fast zu verschwinden und hinterlassen nur eine visuelle Vibration. In dieser Instabilität entsteht eine andere Art des Sehens.

Eine Skulptur, die je nach Blickwinkel unterschiedlich wirkt
Eine durchbrochene Skulptur offenbart sich nie auf einmal. Jede Bewegung des Betrachters lässt neue Linien, neue Transparenzen und neue Gleichgewichte erscheinen.
Dieser Dialog zwischen dem Werk und dem Blick verleiht ihm eine Art Leben. Die Skulptur ist nicht mehr nur ein Objekt zum Betrachten: Sie wird zu einer Präsenz, die sich im Raum entwickelt.
Zwischen Metallkraft und Leichtigkeitsgefühl
Stahl ist ein starkes, dichtes und langlebiges Material. Dennoch versuche ich durch die Metallspitze, ihm eine fast organische Leichtigkeit zu verleihen.
Auch Bronze kann luftiger werden, wenn sich die Materie öffnet und Licht durchlässt. Diese Spannung zwischen Kraft und Zerbrechlichkeit steht im Mittelpunkt meiner Arbeit.
Sie ermöglicht es mir, Werke zu schaffen, die zugleich solide und beweglich, präsent und zurückhaltend wirken.
Das Intervall ebenso wie das Metall zu gestalten
Jede Öffnung ist ein integraler Bestandteil der Komposition. Das Metall schließt die Form nicht: Es zeichnet den Raum um sich herum.
Ich versuche, einen Dialog zwischen Fülle und Leere, zwischen Materie und dem, was sie umgibt zu schaffen. Der Blick ergänzt dann die Skulptur ganz natürlich.
Warum durchbrochene Skulpturen mit unserer Zeit resonieren
Heute suchen viele Sammler und Kunstliebhaber nach offeneren, helleren und sensibleren Werken. Die durchbrochenen Skulpturen vermitteln ein Gefühl von Atmung, eine elegante Präsenz und eine subtilere Beziehung zum Raum.
Sie verwandeln einen Innenraum, ohne ihn zu überladen. In einer oft visuell überfüllten Welt wird die Leere fast zu einem Raum der Ruhe und Präsenz.
Fazit
In meiner Arbeit ist das Leere niemals ein Mangel. Sie ist eine diskrete Präsenz, die Licht, Luft und Blick frei zirkulieren lässt.
Durch die Metallspitze versuche ich, lebendige Skulpturen zu schaffen, die sich je nach Raum, Moment und Empfindung jedes Einzelnen entwickeln können.
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